Wenn mich jemand fragen würde, warum ich an Gott glaube, hätte ich sofort eine Antwort parat?
Ich bin mir nicht sicher. Und deshalb nehme ich diese Folge auf. 😉
Aber braucht man überhaupt einen Grund, um an Gott zu glauben? Man könnte auch sagen, dass alle, die nicht an Gott glauben, dies begründen müssen.
Wie auch immer – die Antwort auf die Frage „Warum glaube ich an Gott?“ fällt sicher immer ein bisschen anders aus, je nachdem, in welcher Lebens- und Glaubensphase man sich gerade befindet.
Ich habe mir spontan ein paar Punkte notiert. Die Liste ist natürlich nicht vollständig.
1. Gott bringt dein Leben in die richtige Ordnung
Ich liebe die Sonne – nicht, weil ich sie sehe, sondern weil ich durch sie alles andere sehe.
nach C.S. Lewis
Gott gibt Klarheit im Leben. Er ordnet das Leben.
Wenn du das erste und wichtigste Gebot hältst:
Darum sollst du den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft.
5. Mose 6,5
dann ordnet Gott dein Leben neu.
Das, was du früher für wahr, richtig und wichtig gehalten hast, verblasst. Und das, von dem du dachtest, dass du es nicht kannst, nicht brauchst oder nicht gutheißt, wird auf einmal wichtig.
Davon habe ich in meinem Glaubenszeugnis erzählt.
Um nur ein Beispiel zu nennen: Früher habe ich nicht für andere gekocht, besonders nicht für meine Partner. Seitdem ich mit meinem Mann zusammen bin, habe ich diese Aufgabe übernommen. Ich tue es gern, ich fühle mich angekommen in der Rolle als Frau, die für mich beinhaltet, mich um andere zu kümmern und für andere zu sorgen.
Das zu tun oder überhaupt zu denken oder öffentlich auszusprechen, wäre für mich noch vor eineinhalb Jahren völlig absurd gewesen.
Auch wenn wir es in unserem modernen Denken zutiefst ablehnen, etwas nicht zu wissen oder nicht einschätzen zu können: Gott weiß besser, was gut für uns ist.
Setze Ihn an die erste Stelle. Gib Ihm die Führung und Kontrolle über dein Leben und es werden wunderbare Dinge geschehen.
2. Jesus macht dich zu dem Menschen, der du sein sollst
Jesus loves you just as you are. But he loves you too much to leave you the way you are.
Max Lucado
Ich glaube an Gott, weil ich gesehen habe, wie Jesus Herzen verändert und Menschen ein neues Herz schenkt.
Jedem, egal, wie schlecht, böse und verdorben die Person vorher war. Man wird neugeboren in Jesus. Das habe ich, wie bereits im ersten Punkt gesagt, selbst erlebt.
Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich bei ihm eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir.
Offenbarung 3,20 (EÜ)
Deswegen finde ich den Austausch mit anderen Gläubigen und Glaubenszeugnisse so wichtig.
Für mich ist Glauben nicht nur Theologie und theoretisches Wissen, sondern in erster Linie praktisches Erleben.
(Hätte ich nie gedacht, dass ich das mal sage. Ich war immer am meisten an theoretischen Zusammenhängen interessiert, schon in der 11. Klasse im Geschichts- und Religionsunterricht.)
Auf der Basis dessen finde ich es interessant, mich mit Theorien auseinanderzusetzen, wie zum Beispiel in der Doppelfolge Zufall, Schicksal oder Gott: Woher weiß ich, dass das Gute in meinem Leben von Gott kommt?.
Aber die Grundlage ist, was Gott im Leben einzelner Menschen bewirkt: wie Er sie heilt, reinigt, ordnet, wie Er jedem gibt, was er braucht und verdient. Da gibt es Millionen verschiedene Geschichten, aber der Kern ist gleich.
Das kann ich dir hier schlecht wiedergeben. Dafür brauchst du Gemeinschaft mit anderen. Das sorgt vielleicht nicht an erster Stelle dafür, dass du glaubst, aber es kann deinen Glauben stärken und immer wieder bestärken.
Deswegen rate ich jedem, der es hören will, sich eine Gemeinde zu suchen, in der er sich aufgehoben fühlt, und sich mit anderen auszutauschen.
Wenn du das noch nicht hast, schau oder hör dir die Geschichten von Gläubigen auf Delafé Testimonies an.
Dort gibt es alle möglichen Menschen, die ihr Leben Jesus gegeben haben und deren Leben sich um 180 Grad gewandelt hat:
- Kriminelle
- Drogendealer und -abhängige
- Depressive
- Homosexuelle, LGBTQ-Personen
- Menschen, die sich das Leben nehmen wollten
- New-Age-Influencer
- Satanisten
- Anhänger anderer Religionen
- Pornosüchtige
- Alkoholiker
- Sexsüchtige
- Prostituierte
- und viele andere
3. Fast vergessen: Ich bin geliebt und gewollt
Gott liebt mich. Er hat mich so geschaffen, wie ich bin. Er hat mich gemacht, um mit mir zusammen zu sein. Er hat einen Plan für mich, Er weiß, was das Beste für mich ist.
Und wenn das so ist, dann kann ich Ihm vertrauen. Dann kann ich Ihn loben und preisen, egal, in welcher schwierigen Situation ich gerade bin. Denn ich weiß: Der mächtige Schöpfer von allem hält mich in Seiner Hand. Mir kann nichts passieren. Ich bin sicher, ich habe Frieden.
(Zumindest weiß ich das jetzt theoretisch. Ich weiß nicht, wie ich in einer tragischen Situation reagieren würde. Wie Paulus im Gefängnis zu singen und Gott zu preisen – keine Ahnung, ob mein Glaube stark genug wäre.)
Ich muss mich nicht mehr herumplagen mit Problemen wie:
- Ich bin nicht gut, wie ich bin.
- Meine Eltern hatten etwas an mir auszusetzen, deswegen überkompensiere ich mit Ehrgeiz und Ambition.
- Ich muss leisten, muss etwas tun, bevor ich mich ausruhen oder selbst etwas bekommen kann.
- Ich habe Sorge, was andere über mich denken oder dass andere mich nicht mögen.
- Ich muss etwas erreichen, um etwas wert zu sein.
All diese menschlichen Maßstäbe von Erfolg kümmern mich nicht mehr, weil ich geborgen in und geliebt von Gott bin.
Weil Jesus für mich am Kreuz gestorben ist. Damit ich mit Ihm in einer Beziehung sein kann und ewiges Leben habe.
4. Und noch ein theoretischer Grund, warum ich an Gott glaube
Diesen Gedanken findest du oft in apologetischen Werken:
Die Natur, die Schöpfung, ist so gut geordnet und schön, das kann kein Zufall sein.
Ganz abgesehen davon, dass es keinen Zufall gibt. Christen glauben, dass Gott der gegenwärtige Herr über die Schöpfung ist, der ständig eingreift und erhält. Ein weißes Kaninchen, das in kalten Regionen lebt, ist nicht weiß, weil die Evolution zufällige Mutationen hervorgebracht und die Selektion weiße Kaninchen im Schnee begünstigt hat, sondern weil Gott die Schöpfung so lenkt und erhält, dass dieses Kaninchen genau in seiner Umgebung überleben kann – nach Seinem Willen und Plan.
Die Natur wird von Gott gehalten und geordnet.
Wenn du in den Wald gehst und siehst ein Gemälde auf einer Leinwand stehen, denkst du wahrscheinlich: Das hat jemand gemalt, das Gemälde hat einen Schöpfer. (Das ist das klassische apologetisches Design-Argument von William Paley, der Ende des 18. Jh. lebte.)
Nur bei der Natur um uns herum denkt das niemand mehr. Eigentlich seltsam. Vielleicht kommt das daher, dass so viele Menschen in Städten wohnen und von der Natur entfernt sind.
Wie perefekt die Natur geschaffen ist, kannst du daran erkennen, wie in unseren Breiten Lebensmittel so wachsen und reif sind, dass sie unseren Körper je nach Jahreszeit mit den richtigen Nährstoffen versorgen:
- Frühling: Frische Kräuter (zum Beispiel Bärlauch, Spinat, Radieschen) – sie bringen nach dem Winter viele Vitamine und Mineralstoffe, die den Körper entgiften und stärken.
- Sommer: Beeren, Kirschen, Gurken, Tomaten – wasserreich, erfrischend, voller Antioxidantien, genau passend für Hitze und mehr Bewegung draußen.
- Herbst: Äpfel, Birnen, Kürbis, Nüsse – reich an Ballaststoffen, Energie und Vitaminen, die den Körper auf die kalte Jahreszeit vorbereiten.
- Winter: Kohl (Grünkohl, Rosenkohl, Weißkohl), Wurzelgemüse (Karotten, Rote Bete) – lange lagerbar, voll mit Vitamin C, Eisen und Nährstoffen für Abwehrkräfte.
Die Schöpfung ist nicht willkürlich, sondern weise geordnet, so dass wir im Jahreslauf das bekommen, was wir brauchen.
In Ländern wie Thailand mit tropischem Klima sieht das ganz anders aus:
- Reis wächst dort als Grundnahrungsmittel – energiereich, sättigend, leicht verdaulich bei Hitze.
- Kokosnüsse liefern Flüssigkeit, Elektrolyte und gesunde Fette – perfekt gegen Dehydrierung.
- Papayas, Mangos, Ananas sind reich an Vitaminen und Enzymen, die die Verdauung unterstützen.
- Chilis und Ingwer wirken antibakteriell und regen den Kreislauf an – sinnvoll in feuchter, heißer Umgebung.
Während wir im Winter Kohl und Rüben brauchen, um gesund durch die Kälte zu kommen, hat Gott in tropischen Regionen eine ganz andere Speisekammer geschaffen. Genau so, dass die Menschen in ihrer Umgebung gut versorgt sind.
Man kann natürlich immer sagen: Das war die Evolution. Aber das ist letzten Endes auch nur ein Glaube, den du genauso wenig naturwissenschaftlich beweisen kannst wie den christlichen Glauben.
Naturwissenschaftlich kann man bei der Evolution viele Mechanismen beobachten und beschreiben (Mutation, Selektion, Anpassung). Fossilien, Genetik und vergleichende Biologie liefern starke Hinweise, dass Arten sich verändern und gemeinsame Vorfahren haben.
Aber der entscheidende Punkt, warum es diese Mechanismen gibt, woher die erste lebendige Zelle kam und warum überhaupt Ordnung und Gesetze in der Natur existieren – das ist keine naturwissenschaftliche, sondern eine weltanschauliche Frage.
(Darüber habe ich auch in der ersten Version von Zufall, Schicksal oder Gott: Woher weiß ich, dass das Gute in meinem Leben von Gott kommt? gesprochen und es mit den Ursachen, die Aristoteles definiert, erklärt. Besonders wichtig und in modernen Naturwisschenschaften häufig übersehen ist die Zielursache, bei der es darum geht, zu verstehen, warum etwas so ist, wie es ist, was das Ziel ist.)
Das kann durch Naturwissenschaften selbst nicht erklärt werden, auch wenn viele Naturwissenschaftler, besonders die Neurowissenschaftler, das nicht verstehen wollen.
Darum sagen viele Christen und auch manche Philosophen: Evolution als reiner Zufalls- und Naturprozess ist ein Glaubenssatz, weil niemand beweisen kann, dass die Welt sich nur so erklärt, ohne Gott.
Genauso ist der christliche Glaube eine Deutung der Wirklichkeit. Aber er setzt an einem anderen Punkt an: Gott wirkt in und durch diese Prozesse.
Evolution beschreibt Abläufe, erklärt aber nicht den letzten Ursprung und Sinn. Wer sagt, das Ganze sei rein zufällig, glaubt etwas, er beweist es nicht.
5. Fazit: Warum glaube ich an Gott?
Das waren die Gründe, die mir jetzt als erstes einfallen und aus meinem Herzen kommen.
Wie gesagt: Frag mich in einem Jahr noch einmal und meine Antwort sieht vielleicht ganz anders aus.
Warum glaubst du an Gott? Ich freue mich auf deinen Kommentar!
Hast du Fragen oder Zweifel, die dich beschäftigen?
Gibt es Themen, die du gerne vertiefen möchtest oder suchst du nach Antworten und Orientierung?
Ich freue mich darauf, dich auf deinem Weg zu begleiten!

*Baby-Pause bis Frühjahr 2026
