König Usija: Hochmut kommt vor dem Fall

König Usija: Hochmut kommt vor dem Fall

Weiter geht es mit den Königsgeschichten aus Chroniken.

Heute: König Usija und die Hochmut (2 Chr 26,1-23; 2 Kön 14,21-22; 2 Kön 15,1-7).

Hier die anderen beiden Folgen:

Usija oder Asarja?

Der Name von König Usija wird sowohl als Usija als auch als Asarja überliefert.

Beginnen wir gleich mit dem ersten Teil des Texts aus Chroniken (ich stütze mich vor allem auf Chroniken, in Könige steht nur wenig über Usija):

Das ganze Volk von Juda nahm Usija, der damals sechzehn Jahre alt war, und machte ihn zum König anstelle seines Vaters Amazja. Er baute Elat aus, das er für Juda zurückgewonnen hatte, nachdem Amazja zu seinen Vätern entschlafen war. Usija war sechzehn Jahre alt, als er König wurde, und regierte zweiundfünfzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Jecholja und stammte aus Jerusalem. Genau wie sein Vater Amazja tat er, was dem HERRN gefiel. Er war bestrebt, Gott zu suchen, solange Secharja lebte, der sich auf die Visionen Gottes verstand. Solange er den HERRN suchte, ließ Ihn Gott erfolgreich sein.

2 Chr 26,1-5

Wie der Vater, so der Sohn?

Wie du dich erinnerst, wenn du meine Folge über Amazja gehört hast, war Amazja der König, der mit den Leuten aus dem Nordreich zusammen kämpfen wollte, von Gott gewarnt wurde und sie wieder zurückschickte, obwohl er sie schon bezahlt hatte. Er gewann gegen die Edomiter und warf sich danach zuhause vor den Götzen nieder, die er beim Sieg erbeutet hatte, und betete sie an. 🙈

Elat war eine strategisch und wirtschaftlich wichtige Hafenstadt, heute Eilat am Roten Meer. Dass Usija Elat für Juda zurückgewinnt und ausbaut, bedeutet, dass Gott Ihn am Beginn seiner Regierung segnet.

Zweifelhafte Hitliste

Usija regierte zweiundfünfzig Jahre. Das ist eine sehr lange Herrschaft und eine der längsten Regierungszeiten im Südreich Juda. Länger regierte nur Manasse mit fünfundfünfzig Jahren.

Manasse gilt als einer der schlimmsten Könige Judas. Laut den Königsbüchern kommt es aufgrund seiner Sünden und der Sünden, zu denen er das Volk verführt hat, später zur Verschleppung der Israeliten aus Juda nach Babylon, dem babylonischen Exil.

Guter Anfang…

Genau wie sein Vater Amazja tat er, was dem HERRN gefiel. Er war bestrebt, Gott zu suchen, solange Secharja lebte, der sich auf die Visionen Gottes verstand; und solange er den HERRN suchte, ließ Ihn Gott erfolgreich sein.

2 Chr 26,4-5

Secharja „verstand sich auf die Visionen Gottes“. Das klingt etwas rätselhaft. Damit ist gemeint, dass Secharja prophetisch begabt war, dass Gott sich ihm offenbart hat. Er hatte Einsicht in den Willen Gottes und konnte den König gut in der Weisung Gottes führen.

In der Nussschale

Die Herrschaft Usijas ist von zwei Themen geprägt:

Hochmut kommt vor dem Fall

Solange er den HERRN suchte, ließ Ihn Gott erfolgreich sein.

2 Chr 26,5

Usija hat irgendwann aufgehört, den HERRN zu suchen. Dann wandte sich auch Gott von ihm ab.

Das ist der zentrale Punkt. Usija hörte auf, den HERRN zu suchen. Ab diesem Moment ging alles daneben.

Er fiel nicht aus Schwäche heraus, sondern aus Stärke. Genau wie sein Vater Amazja, der sich nach dem militärischen Sieg für bedeutend hielt und sich über Gott stellte.

Dasselbe geschah auch mit Usija.

Die Verse 7 bis 15 beschreiben, inwiefern und womit Usija erfolgreich und gesegnet war vom HERRN:

Gott stand ihm bei gegen die Philister, gegen die Araber, die in Gur-Baal wohnten, und gegen die Mëuniter.
Die Ammoniter zahlten ihm Tribut und sein Ruhm reichte bis an die Grenze Ägyptens; denn er war überaus mächtig geworden.
In Jerusalem baute Usija Türme am Ecktor und am Taltor sowie im Winkel und befestigte sie.
Auch in der Steppe baute er Türme und grub viele Zisternen. Er besaß nämlich große Herden in der Schefela und in der Ebene und beschäftigte Acker- und Weinbauern in den Bergen und im Fruchtland; denn er liebte den Ackerbau.
Usija hatte ein kriegstüchtiges Heer, das, nach Abteilungen gegliedert, in der Stärke ausrückte, die der Staatsschreiber Jëiël und der Amtmann Maaseja unter Aufsicht Hananjas, eines der Obersten des Königs, bei der Musterung festgestellt hatten.
Unter den Kriegern waren insgesamt zweitausendsechshundert Häupter von Großfamilien.
Sie befehligten ein Heer von dreihundertsiebentausendfünfhundert kampffähigen Männern, die stark genug waren, um dem König gegen seine Feinde zu helfen.
Für das ganze Heer stellte Usija Schilde, Lanzen, Helme, Panzer, Bogen und Schleudersteine bereit.
In Jerusalem ließ er kunstvolle Wurfmaschinen bauen und auf den Türmen und Mauerecken aufstellen, um Pfeile und große Steine abschießen zu können. So wurde er weithin berühmt; denn ihm wurde außergewöhnliche Hilfe zuteil, sodass er an Macht gewann.

2 Chr 26,7-15

So weit, so gut.

Doch was geschah dann?

Doch als er mächtig geworden war, wurde sein Herz übermütig und er handelte verkehrt. Er wurde dem HERRN, seinem Gott, untreu und drang in den Tempel des HERRN ein, um auf dem Räucheraltar zu opfern.

2 Chr 26,16

Sein Herz wurde übermütig. Auf Englisch wird es so ausgedrückt: „his pride led to his downfall“. Stolz und Hochmut führten für Usjia zum Untergang.

Usijas spielt Gott

Er drang in den Tempel ein und wollte selbst auf dem Räucheraltar opfern.

Der Tempel und der Räucheraltar

Der Tempel war der heiligste Ort, an dem Gott anwesend ist. Nur die Priester, die Nachkommen Aarons, durften in den inneren Bereich des Tempels gehen. Die übrigen Israeliten durften in die äußeren Bereiche, in die Vorhöfe gehen.

Der Räucheraltar stand im Heiligtum, direkt vor dem Vorhang zum Allerheiligsten. Das war übrigens der Vorhang, der riss, als Jesus starb:

Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei.

Lk 23,45

Am Räucheraltar wurden keine Tieropfer gebracht, sondern zweimal am Tag Weihrauch verbrannt. Der aufsteigende Duft symbolisiert das Gebet, das zu Gott aufsteigt.

Mein Gebet gelte vor Dir wie Räucherwerk, das Aufheben meiner Hände wie das Abendopfer.

Ps 141,2

Dieser Dienst war den Priestern vorbehalten, den Nachkommen Aarons als Untergruppe der Leviten. Die Leviten waren der Stamm Israels, der für den Tempeldienst zuständig war.

Indem Usjia in den Tempel ging und selbst opfern wollte, setzte er sich über Gottes Ordnung hinweg. Er wollte selbst bestimmen, was erlaubt ist und was nicht.

Die Vorschriften, etwa in Numeri 28, sind sehr ausführlich und detailliert. Sie regeln zum Beispiel sehr detailliert, wie die Priestergewänder auszusehen haben.

Wozu der Aufwand?

Um die Priester und ihren Dienst klar vom Profanen abzugrenzen, die Heiligkeit Gottes zu betonen und dem Volk Gottes Ordnung sichtbar zu machen.

Das Eindringen in den priesterlichen Bereich und Dienst ist daher eine schwere Sünde.

Warum macht er das?

Usija war durch Gottes Hilfe mächtig geworden. Womöglich zu mächtig.

Er wurde Gott untreu, hörte auf, Gott zu suchen. Er hielt sich nicht mehr an Gottes Ordnung, sondern setzte sich über sie hinweg. Er meinte, selbst bestimmen zu können, wie Gottesdienst auszusehen hat und wer Zugang zu den heiligen Bereichen hat.

Er nahm sich eine Aufgabe, die Gott ihm nicht gegeben hatte. Er versuchte, Gottes Rolle zu übernehmen.

Was hat das mit dir zu tun?

Den Tempel und diese konkreten Vorschriften gibt es nicht mehr.

Gottes Ordnung gilt jedoch weiterhin.

Was bedeutet das für dein Leben im Hier und Jetzt, 2760 Jahre nach König Usija?

Umgang mit Gewissensfragen

Wir wissen oft, was biblisch richtig wäre, aber wir handeln nicht danach. Im Alltag zeigt sich das in kleinen und großen Entscheidungen. Dinge von der Arbeit mitgehen lassen, obwohl es nicht richtig ist.

Ein Beispiel aus meinem Leben: Ich hätte beinahe Stoffwindel-Überhosen verkauft, obwohl ich wusste, dass sie nicht dicht sind. Sie waren schon im Karton.

Solche Momente zeigen, wie leicht wir unser Gewissen übergehen, obwohl wir es besser wissen.

Gottes Maßstab oder eigener Maßstab

Ein weiteres Problem ist, dass wir Bibelstellen so auslegen, dass sie zu unserem Leben passen, anstatt unser Leben an Gottes Maßstab anzupassen. Dahinter stehen oft Gedanken wie: „Ich weiß selbst am besten, was gut für mich ist“ oder „Das geht jetzt nicht anders“.

Wir verschieben damit die Autorität von Gott auf uns selbst. Statt Ihn zu fragen, entscheiden wir eigenständig und rechtfertigen es im Nachhinein.

Worin investierst du deine Zeit und Energie?

Eine wichtige Frage ist, worin du deine Zeit und Energie investierst. Steht Gott an erster Stelle? Oder überarbeitest du dich, weil es scheinbar nötig ist? Oder scrollst du durch Social Media, weil es „muss“ oder weil du dich „entspannen“ willst?

Diese Entscheidungen wirken oft harmlos, aber sie zeigen, was uns wirklich wichtig ist.

Entscheidungen im Alltag

Ein Beispiel ist das Thema Kinderbetreuung. In Belgien ist es Standard, Babys bereits mit drei Monaten in die Kita zu geben. Auch solche Entscheidungen gehören in den Bereich der Gewissensfragen. Eine Folge dazu erscheint demnächst.

Eigener Wille vs. Gottes Plan

Unsere finanzielle Situation als Familie ist gerade angespannt, weil ich nur den Mehr-Himmel-Podcast mache und damit kaum etwas verdiene. Wenn ich 50 Euro im Monat bekomme, ist das schon viel. Gleichzeitig unterstützen wir die Familie der Tochter meines Mannes, die Anfang des Jahres aus der Ukraine nach Belgien gekommen ist.

Dann bekam ich zwei Nachrichten darüber, wie toll Frugales Glück ist. Ich dachte sofort, dann mal nix wie los, ich klotze wieder rein und verdiene Geld!

Das klingt erstmal harmlos, aber ich hatte diese Entscheidung selbst getroffen, ohne Gott zu befragen.

Am ersten Tag war alles gut. Am nächsten Tag war ich genervt und gestresst. Ich habe überlegt, wie ich einen Babysitter organisieren kann. Gedanken kamen auf, dass ich mich unabhängig von meinem Mann machen muss. Ich habe kaum bewusst Zeit mit den Kindern verbracht. Ich war genervt vom Kochen. 😬

Geistlicher Fall aus der Stärke heraus

Ein geistlicher Fall geschieht nicht nur aus Schwäche heraus. Er kann auch aus Stärke entstehen. Und genau das ist oft gefährlicher.

Ein Fall aus Schwäche ist uns vertraut. David ließ sich auf Bathseba ein und ließ ihren Mann töten. Petrus verleugnete Jesus aus Angst und Feigheit.

Doch es gibt eine andere Art von Fall. Ein Fall aus Stärke heraus. Erfolg und Stärke führen leicht zu Hochmut, Selbstüberschätzung und Stolz. Diese entfernen den Menschen von Gott. Der Mensch denkt: Ich kann das selbst. Ich brauche Gott nicht.

Schwäche führt zwar zu Sünde, aber sie führt oft auch zurück zu Gott. Der Mensch merkt seine Abhängigkeit und sucht Ihn wieder.

Stärke dagegen kann dauerhaft von Gott entfernen, wenn sie mit Hochmut und Stolz verbunden ist. Der Mensch wird unabhängig. Er verlässt sich auf sich selbst und nicht mehr auf Gott.

„Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“

Deshalb schreibt Paulus:

Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.
Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse.
Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.
Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

2 Kor 12,7-10

„Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ Das bedeutet: weil Gott mit mir ist.

Gott will uns klein, abhängig und demütig. Abhängig wie Kinder. Glaubend und vertrauend wie Kinder.

Deshalb müssen wir wachsam sein. Auf dem Weg Gottes zu sein und von Ihm gesegnet zu sein, wie es bei Usija der Fall war, schützt nicht vor dem Fall.

Man muss dranbleiben und Gott suchen. Man muss sich anstrengen und selbst aktiv sein. Nachfolge Jesu ist kein Selbstläufer.

Bleibt in mir

Genau davon spricht Jesus:

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer.
Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe.
Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.

Joh 15,1-6

Guter Anfang reicht nicht

Auch das Gleichnis vom Sämann zeigt das. Ein guter Anfang bedeutet nicht automatisch ein gutes Ende. Nur weil die Saat aufgeht, heißt das nicht, dass sie Frucht bringt.

Es bedeutet auch nicht, dass dein Haus wirklich auf Felsen gebaut ist. 🤓

Was lernen wir über Gott

Gott lässt das nicht einfach geschehen. Er straft.

Eigenmächtiges Handeln hat Konsequenzen.

Aber der Priester Asarja folgte ihm mit achtzig mutigen Priestern des HERRN.
Sie traten dem König Usija entgegen und sagten zu ihm: Nicht dir, Usija, steht es zu, dem HERRN Rauchopfer darzubringen, sondern den Priestern, den Söhnen Aarons, die geweiht sind, das Rauchopfer darzubringen. Verlass das Heiligtum; denn du bist untreu geworden und es gereicht dir nicht zur Ehre vor Gott, dem HERRN.
Usija wurde zornig; er hielt schon die Räucherpfanne in der Hand, um das Räucheropfer darzubringen. Als er sich aber zornig gegen die Priester wandte, brach an seiner Stirn der Aussatz hervor. Es geschah vor den Augen der Priester, während er im Tempel neben dem Räucheraltar stand.
Als daher der Oberpriester Asarja und alle anderen Priester sich ihm zuwandten, zeigte sich der Aussatz an seiner Stirn. Sie drängten ihn eiligst von dort weg und auch er selbst beeilte sich hinauszukommen, da der HERR ihn geschlagen hatte.
So war König Usija aussätzig bis zu seinem Tod. Da er vom Haus des HERRN ausgeschlossen war, musste er als Aussätziger in einem abgesonderten Haus wohnen, während sein Sohn Jotam Vorsteher des königlichen Palastes war und die Bürger des Landes regierte.
Die übrige Geschichte Usijas, die frühere und die spätere, schrieb der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz.
Usija entschlief zu seinen Vätern und man begrub ihn bei seinen Vätern auf dem Feld bei der Grabstätte der Könige; denn man sagte: Er war aussätzig. Sein Sohn Jotam wurde König an seiner Stelle.

2 Chr 26,17-23

Usija war so von sich überzeugt, dass er die Warnung nicht hörte. Achtzig mutige Priester traten ihm entgegen.

Dieses Motiv (Gott warnt, oft mehrmals, aber die Menschen hören nicht auf ihn) kommt in der Bibel immer wieder vor und zeigt sich u.a. auch bei Amazja und Joasch.

Gott warnt. Er überfällt Menschen nicht einfach mit Strafe.

Gott straft. Der Aussatz blieb bis zu Usijas Tod, die Konsequenzen seiner Sünde reichen über das Leben hinaus: Er wurde nicht im Königsgrab, sondern auf dem Feld bei der Grabstätte der Könige bestattet.

Tat Usija Buße?

Usija war bis zu seinem Tod aussätzig und lebte isoliert. Bedeutet das, dass er seine Tat nicht bereut hat?

Den Kommentaren zufolge lässt sich das nicht sagen. Es ist nicht überliefert, was mit dem Herzen Usijas geschah. Es bleibt offen, ob sein Hochmut bestehen blieb oder nicht.

Fazit: Was ist Erfolg?

Solange er den HERRN suchte, ließ Ihn Gott erfolgreich sein.

2 Chr 26,5

Usija war erfolgreich im weltlichen Sinne. Er gewann Kriege gegen feindliche Völker. Das Land florierte. Er baute eine Armee auf und erfand sogar das Katapult.

Ich bin mit meinem Mann spazieren gegangen und wir haben ein krasses Auto gesehen, auf dem hinten ganz groß stand: „Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6,33).

Ich habe den Instagram-Account der Dame gefunden, eine US-amerikanische christliche Influencerin. Mein Mann hat den Auto-Aufkleber scharf kritisiert, weil er suggeriert, dass sie die Karre fährt, weil sie „Gott sucht“. Das entspricht dem sogenannten „Prosperitätsevangelium“ beziehungsweise „Wohlstandsevangelium“.

Was meint der Chronist also mit „erfolgreich“?

Der weltliche Erfolg war nur ein Nebeneffekt des „Mit Gott Seins“, aber der eigentliche Erfolg war innerlich. Usija ist Gottes Willen gefolgt und hat sich ihm untergeordnet, genau wie sein Vater Amazja, als er die angeworbenen und bezahlten Krieger aus dem Norden zurückschickte.

Äußerlich gewann er den Feldzug, innerlich aber war er mit Gott, und Gott war mit ihm.

Deswegen zum Schluss die Frage an dich:

Was bedeutet für dich „erfolgreich“ im geistlichen Sinne? Inwiefern unterscheidet sich diese Art von Erfolg von dem Erfolg, wie ihn die Welt versteht?

Für mich bedeutet das zum Beispiel, dass ich für meine Kinder als Mutter da sein kann und sie über mich, meine Wünsche und meine Bequemlichkeit stelle. Das zeigt sich darin, dass ich meine älteste Tochter so oft wie möglich abhole, auch wenn es nicht meine Woche ist (sie lebt abwechselnd bei ihrem Vater und bei mir). Das geht von meiner Zeit ab, denn ich könnte in der Zeit etwas aufnehmen, Coaching machen, schwimmen gehen oder in der Hängematte liegen. Aber ich ordne mich Gottes Willen unter und sehe die Früchte meines Gehorsams an der Beziehung zwischen mir und meiner Tochter.