Göttliche Führung: Wie kann ich Gottes Führung erkennen?

Göttliche Führung: Wie kann ich Gottes Führung erkennen?

Du überlegst, umzuziehen. Du möchtest ein Haus oder eine Wohnung kaufen. Du wünschst dir ein Kind. Du weißt nicht, ob du dich von deinem Partner trennen sollst. Du hast Geld geerbt und willst es sinnvoll anlegen.

Du kennst sicher auch solche Situationen im Leben, in denen es viele Möglichkeiten gibt und keine eindeutig besser oder schlechter ist als die anderen. Du bist nicht sicher, wie du dich entscheiden sollst.

Als nicht-gläubiger Mensch stehst du vor einem Problem. Du kannst nur raten oder auf dein Bauchgefühl oder auf deine Vernunft hören, je nachdem, was dir eher liegt.

Als gläubiger Mensch hingegen ändert sich alles. Nicht dein Wille steht an erster Stelle, nicht deine Pläne, deine Wünsche, deine Ideen sind der Maßstab, an dem du deine Handlungen ausrichtest.

Sondern: Gottes Wille, Gottes Plan.

Darum geht es in dieser Folge:

  • Warum solltest du dich von Gott führen lassen?
  • Warum steht Gottes Wille an erster Stelle und über deinem?
  • Was ist göttliche Führung überhaupt?
  • Wie kannst du wissen, was Seine Pläne für dich sind?
  • Wie hörst du, wenn Er zu dir spricht? Wie unterscheidest du Gottes Stimme von anderen?

1. Warum solltest du dich von Gott führen lassen?

Was bedeutet göttliche Führung?

Was es bedeutet, dich von Gott führen zu lassen, kannst du dem ersten Gebot entnehmen, wie es im 5. Buch Mose formuliert ist:

Darum sollst du den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.

5 Mose 6,5 (EÜ)

Wenn du Gott an die erste Stelle setzt, gerät alles in deinem Leben in die richtige = in die göttliche Ordnung:

Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt!
Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische!
Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.

Kolosser 3,1-3

„Verborgen“ bedeutet zweierlei:

  • Sicher und geborgen: Nichts kann euch aus Gottes Hand reißen (Johannes 10,28–29).
  • Noch nicht voll sichtbar: Die ganze Herrlichkeit dieses neuen Lebens wird erst bei Jesu Wiederkunft offenbar (vgl. Kolosser 3,4).

Alltagsbezug:

  • Wer weiß, dass sein wahres Leben „in Gott“ ist, lebt nicht mehr für Selbstverwirklichung oder menschliche Anerkennung.
  • Entscheidungen, Werte und Ziele orientieren sich an Christus, auch wenn das manchmal unsichtbar oder unspektakulär wirkt.

Jesus als Vorbild für Gottes Führung

Übrigens hat sich auch Jesus dem Willen des Vaters untergeordnet:

Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht.

Johannes 5,19

Und im Garten Gethsemane, vor der Festnahme:

Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter, warf sich zu Boden, mit dem Gesicht zur Erde, und betete: »Mein Vater, wenn es möglich ist, lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen! Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.«

Matthäus 26,39 (NGÜ)

Wir sollen ja so leben wie Christus, Ihm nachfolgen – also auch und gerade in Bezug auf göttliche Führung ist Er unser größtes Vorbild.

Göttliche Führung bringt Ordnung in deine Beziehungen

Das schreibt auch Paulus:

Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.

Epheser 5,21 (ELB)

… und er beschreibt konkret, wie sich diese göttliche Ordnung in der Familie zeigt:

  • „Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst.“ (Eph 5,28)
  • „Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen in allem den Männern unterordnen. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat (…)“ (Eph 5,24-25)

= Ehefrauen und Ehemänner handeln nicht egoistisch, sondern in Liebe und Respekt.

Dasselbe gilt auch für Kinder:

  • sie sollen ihren Eltern gehorchen
  • aber die Eltern sollen sich ihren Kindern gegenüber so verhalten, dass diese keinen Grund haben, sich gegen sie aufzulehnen und sie „mit der nötigen Zurechtweisung und Ermahnung erziehen (,…) wie der Herr es tut“ (Eph 6,4)

Paulus’ Gedanke:
Christus im Zentrum → Selbstsucht wird zurückgedrängt → Beziehungen in der Familie kommen in eine gesunde Ordnung.

Das habe ich auch bei mir selbst gemerkt:

Früher hatte ich keine Lust, zu kochen, was von meiner Zeit zu opfern, um für Mann / Tochter zu sorgen (wenn es etwas gab, das ich selbst nicht so gern mochte) – von den veganen Matschgerichten spreche ich sogar in meinem Glaubenszeugnis. Mittlerweile mache ich täglich Dinge, die nicht für mich selber tue, sondern aus Liebe und Wertschätzung, nicht aus Gedanken wie „das nützt mir selber am meisten“.

Warum es gut ist, Gottes Führung zu vertrauen

Göttliche Ordnung = richtige Führung.

Gott weiß am besten, was gut für dich ist (viel besser als du selbst).

Und wenn du dich Seiner Führung anvertraust, wird es dir wohl ergehen:

Wenn nicht der HERR das Haus baut, mühen sich umsonst, die daran bauen. Wenn nicht der HERR die Stadt behütet, wacht umsonst, der sie behütet.
Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; was recht ist, gibt der HERR denen, die er liebt, im Schlaf.

Psalm 127,1-2 (EÜ)

= Gottes Führung zu vertrauen ist gut:

  • weil du dann das Gute tust, auf der Seite Gottes bist = Du handelst im Einklang mit Gottes Willen, also moralisch/religiös richtig. Dein Tun entspricht Gottes Maßstäben.
  • weil es dir dann gut ergehen wird = Es wirkt sich auch praktisch auf dein Leben aus. Du erlebst Frieden, Bewahrung, innere Ruhe oder Segen. (siehe den bereits eben zitierten Psalm 127)
  • weil du frei wirst von Druck und Überforderung, alles selbst im Griff haben zu müssen
  • weil du im Frieden leben kannst, auch wenn Umstände unsicher sind (Kolosser 3,15: „Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!“)
  • weil Gott in Seiner Weisheit oft bessere Wege kennt, als du sie dir ausmalen könntest (Jesaja 55,8–9: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken / und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des HERRN. So hoch der Himmel über der Erde ist, / so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege / und meine Gedanken über eure Gedanken.)
  • weil Er am Ende das Ziel kennt, das du nie überblicken kannst (Sprüche 16,9: „Der Mensch plant seinen Weg, aber der HERR lenkt seine Schritte.“)

2. Wie erkennst du Gottes Willen für dich? Wie hörst du, wenn Er zu dir spricht?

Gott brüllt nicht.

In einem Artikel im Jesus-Journal wird ein Beispiel aus dem alten Film „Die zehn Gebote“ erzählt: Gottes Stimme klingt wie eine tiefe Bassstimme. Mose konnte gar nicht überhören, was Gott ihm zu sagen hatte.

Dem gegenüber steht die Ermutigung und erneute Sendung von Elia in 1. Könige 19,12–13 (EÜ):

Der HERR antwortete: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den HERRN! Da zog der HERR vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem HERRN voraus. Doch der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der HERR war nicht im Erdbeben.
Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln.
Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.

  • Gott kann auch durch andere Menschen zu dir sprechen, sowohl durch Gläubige als auch durch Nicht-Gläubige*.
  • Gott kann durch Sein Wort, die Heilige Schrift, zu dir sprechen.
  • Er kann durch Gebet zu dir reden.
  • Oder durch den Heiligen Geist, die neutestamentliche Variante des leisen Säuselns. Der Heilige Geist schreit nicht, sondern wirkt still und sanft.
  • Gott kann auch durch Umstände sprechen, durch offene oder geschlossene Türen. Ein Beispiel ist Paulus in Apostelgeschichte 16,6–10: Der Geist hindert ihn, nach Asien zu gehen, und lenkt ihn nach Mazedonien.
  • Gott spricht manchmal auch durch innere Eindrücke: Gedanken, die plötzlich Klarheit bringen, oder eine sanfte Gewissheit, die bleibt.

*Ein schönes Beispiel für letzteres ist die Geschichte von Bileam und seiner Eselin in 4. Mose 22.
Hier eine kurze Zusammenfassung: Bileam war ein heidnischer Seher, den der Moabiterkönig Balak anheuern wollte, um Israel zu verfluchen. Auf dem Weg sah seine Eselin den Engel des HERRN, wich aus und rettete Bileam so das Leben. Bileam schlug sie dreimal. Schließlich öffnete Gott ihr den Mund, sodass sie sprechen und sich beschweren konnte über die Schläge. Ihr Einwand bringt Bileam überhaupt erst dazu, genauer hinzuschauen. Dann werden ihm die Augen geöffnet und er sieht den Engel des HERRN. Er fällt nieder und gesteht seine Schuld. Der Engel sagt ihm, dass er nur das reden darf, was Gott ihm eingibt. Daraufhin geht Bileam wieder zu Balak. Aber anstatt Israel zu verfluchen, wie Balak es will, segnet er das iisraelische Volk mehrfach, weil Gott es so bestimmt hat.

3. Wie unterscheidest du Gottes Stimme von anderen Stimmen?

Um das zu verstehen und zu beantworten, machen wir einen kleinen Exkurs und vergleichen die Situation im Alten Testament mit der Situation nach Jesu Auferstehung:

  1. Vor Christus: Gott spricht punktuell und von außen

– Im Alten Testament kam Gottes Wort durch Propheten, Engel, Träume oder direkt hörbare Stimme (z. B. Mose am Dornbusch, 2. Mose 3).
– Die Menschen waren auf diese besonderen Offenbarungen angewiesen. Nur Einzelne erhielten sie, nicht jeder Israelit.
– Sicherheit über Gottes Reden kam durch Bestätigung: das Gesetz, den Tempel, die priesterliche Auslegung.

  1. Nach Christus: Gott spricht in Christus selbst

– Hebräer 1,1–2: „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet durch den Sohn.“
– Jesus ist die endgültige Offenbarung Gottes. Wer Ihn hört, sieht und nachfolgt, hört Gottes Stimme.
– Maßstab: Passt das Gehörte zu Jesus, wie Er in den Evangelien bezeugt ist?

  1. Heute: Gott spricht durch den Heiligen Geist

– Nach Jesu Tod und Auferstehung lebt Gottes Geist in allen, die zu Christus gehören (Johannes 14,26; Römer 8,9).
– Darum gilt: Jeder Gläubige kann Gottes Stimme hören, nicht nur Propheten oder Priester.

Das ist revolutionär. Zu Zeiten des Alten Testaments undenkbar!

Christen haben unmittelbare Gemeinschaft mit Gott, durch Jesus und den Heiligen Geist.

Heutige Juden haben einen vermittelten Zugang zu Gott und zu Seiner Führung. Gott spricht durch die Tora, die Gebote, die Auslegung der Rabbiner und die gelebte Gemeinschaft im Gebet und in den Traditionen.

Das bedeutet: Als Christ kannst du Gottes Stimme auch im stillen Kämmerlein hören, als Jude nicht.
Christen haben eine direkte innere Beziehung zu Gott, während Juden Gottes Willen vor allem durch die überlieferte Weisung erkennen.

Achtung: Nicht jede Stimme kommt automatisch von Gott

Denn auch der Satan tarnt sich als Engel des Lichts.
2. Korinther 11,14

Das heißt: Nur weil sich ein Gedanke fromm oder gut anfühlt, ist er nicht automatisch göttlich.

Der Gedanke kann vom Teufel kommen, er kann aber auch Ausdruck eigener Wünsche sein oder durch den Druck anderer Menschen entstehen.

Darum ist es so wichtig, alles zu prüfen:

Prüft alles und behaltet das Gute!

1 Thessalonicher 5,21 (EÜ)

Dass es keine göttliche Führung ist, ist manchmal leicht zu erkennen. Wenn dich eine innere Stimme auffordert, jemandem zu schaden, weißt du sofort, dass das nicht von Gott kommt.

Oft ist es aber nicht so einfach zu unterscheiden. Ein Impuls kann auf den ersten Blick edel oder vernünftig wirken, aber trotzdem nicht Gottes Weg sein.

Woran du erkennst, ob das Gehörte Gottes Stimme oder nur Einbildung, Wunschdenken oder der Widersacher ist, darum geht es im nächsten Abschnitt.

Kriterien, ob das Gehörte Gottes Stimme ist

Wie unterscheidest du, ob es Gottes Stimme ist, die du hörst, oder nur dein eigenes Wunschdenken oder sogar der Teufel?

Du kannst diese Kriterien anwenden:

  • Das Gehörte widerspricht nicht der Bibel. Alles, von dem du denkst, dass es von Gott kommt oder kommen könnte, musst du mit der Heiligen Schrift abgleichen.
  • Es trägt den Charakter Jesu. Alles, was Gott spricht, ist im Wesen Jesu wiederzufinden: Liebe, Wahrheit, Demut.
    • Liebe: Hilft diese Entscheidung, Gott und Menschen zu lieben und ihnen zu dienen?
    • Wahrheit: Bist du ehrlich über Motive, Risiken, Ängste? Verdrängst du etwas?
    • Demut: Ziehst du nicht etwas durch, das du unbedingt willst, komme was wolle, sondern sagst: Herr, ich wünsche mir dieses und jenes, wenn es in Deinem Willen ist, hilf mir dabei. Im Gegensatz zu: Ich will unbedingt etwas, gib mir das.
  • Es wird oft durch den Frieden des Geistes bestätigt (Kolosser 3,15).
  • Es kann durch andere Gläubige überprüft werden (1. Thessalonicher 5,21).

4. Fazit: Wie kannst du Gottes Führung erkennen?

Vielleicht bist du dir nicht hundertprozentig sicher.

Was, wenn du doch nicht die Entscheidung triffst, die Gottes Führung und Vorsehung entspricht?

Ich würde sagen: Mach dir keinen Stress.

Es geht nicht um absolute Sicherheit, sondern darum, Gott in deinem Leben an die erste Stelle zu setzen.

Es geht um deine Haltung.

Darum, dass du nicht um jeden Preis deinen Willen und deine Wünsche durchzusetzen versuchst, sondern darum, dem Herrn zu vertrauen und dich vom Ihm führen zu lassen.

Eine flexible und offene Haltung einzunehmen.

Hierzu habe ich vor Kurzem im Skip-Heitzig-Podcast ein schönes Zitat gehört:

God’s plans are greater than our plans.
Hold your dreams lightly and let the Lord lead you.

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