9 Dinge, die anders sind, seitdem ich Christin bin

9 Dinge, die anders sind, seitdem ich Christin bin

Viele Menschen denken, dass es keinen Unterschied macht, ob man gläubig ist oder nicht. So, als hätte der Glaube keine Wirkung, keine Folgen, keine Nebenwirkungen.

Das war früher auch meine Überzeugung: Glaube ist ein nettes, aber reichlich naives Ad-on, das zum Leben eine Art Aberglauben hinzufügt, der einem vieles leichter macht (weniger Unsicherheit, weniger Angst vorm Tod), der einen aber auch dümmer macht. Glaube gibt Halt, nimmt aber auch Verantwortung und eigenständiges Denken.

Heute kann ich sagen: Puh, die Realität könnte nicht weiter davon entfernt sein!

Deswegen möchte ich dir in diesem Beitrag davon erzählen, was sich in meinem Leben alles geändert hat, seitdem ich gläubig bin.

Und das ist eine ganze Menge!

Egal, ob du zweifelst, den Glauben verloren hast oder noch nie wirklich gläubig warst: du wirst sehen, wie Gott mein Leben verändert hat – schnell und vor allem auf eine Weise, die ich allein nie hätte schaffen oder überhaupt hätte verändern wollen.

1. Ehefrau und Mama statt rastloser Single oder: Gott hat mir eine Familie geschenkt

Erinnerst du dich an Kain und Abel? Vom Brudermord hat jeder schonmal gehört, aber die Geschichte enthält einen interessanten Aspekt, den kaum jemand kennt:

Der HERR sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders erhebt seine Stimme und schreit zu mir vom Erdboden.
So bist du jetzt verflucht, verbannt vom Erdboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen.
Wenn du den Erdboden bearbeitest, wird er dir keinen Ertrag mehr bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein. 

1. Mose 4,10-12

Rastlos und ruhelos – so war auch ich, besonders in Liebesbeziehungen. Die meisten währten zwar mehrere Jahre, aber nach einer Weile passierte meist das, was in vielen nicht so guten Beziehungen passiert: Ich hatte keine Lust mehr auf Sex und es gab immer mehr Dinge, die mir an meinem Partner missfielen.

Ich sammelte Gründe, um Schluss zu machen.

Aus der letzten längeren Beziehung ging meine erste Tochter hervor. Danach war ich Single mit Kind und hatte nur noch kurze Techtelmechtel und Affären.

Mit dem Glauben wurde alles anders.

Im Nachhinein betrachtet kann ich sagen: Der Herr schenkte mir eine Familie.

Dahinter steht eine Transformation. Eine Transformation, die man nicht in Onlinekursen und Seminaren kaufen kann, sondern die nur Jesus geben kann.

Hier die Kurzfassung:

Ich war egoistisch und selbstgerecht. Das bin ich immer noch, wie jeder Mensch, aber weniger.

Ich war nicht bereit, zu dienen und andere über mich zu stellen. Oder zumindest ihre Bedürfnisse den meinen gleich zu stellen.

Deswegen komme ich so oft mit dem lahmen „ich koche jetzt für Mann und Tochter“-Beispiel, weil es genau das zeigt.

Dienen im christlichen Sinn ist nichts Glamouröses. Nicht jeder muss und kann in den Kampf gegen Goliath ziehen.

Dienen zeigt sich im Kleinen, Alltäglichen. Dienen ist eine innere Haltung:

Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn und nicht für Menschen; (…)

Kol 3,23a

Als Ehefrau und Mutter bin ich nicht das Heimchen am Herd, sondern ich diene meinem Mann und meinen Kindern, indem ich gut für sie sorge. Nicht nur für ihr körperliches, sondern auch für ihr psychisches Wohl, aber das ist ein anderes Thema.

Hier haben die Feministen recht: Mutter sein ist Arbeit. #gendercaregap

2. Erziehung statt Beziehung

Als radikalisierte evangelikale Christin erziehe ich meine Kinder mit harter Hand und gebe ihnen nur Max und Moritz und den Struwwelpeter zu lesen!

/s

(Für alle genauso Uncoolen und Unbewanderten, wie ich es einst war, bevor ich Reddit kannte: /s steht für Sarkasmus)

Mit dem Glauben hat sich nicht nur meine Rolle als Partnerin und Ehefrau verändert, sondern auch meine Rolle als Mutter.

Für meine Tochter bin ich nicht mehr (nur) „Freundin“, sondern auch Autorität und Respektsperson.

Naja, zumindest arbeiten wir daran.

Bevor ich mich bekehrt habe, war ich Anhängerin von bedürfnisorientierter Erziehung. Bedürfnisorientierte Erziehung bedeutet, dass man die emotionalen, sozialen und physischen Bedürfnisse von Kindern ernst nimmt.

Das finde ich auch immer noch gut und wichtig.

Aber es gibt Bereiche, in denen es nicht um die Bedürfnisse des Kindes geht, sondern darum, dass die Kinder tun, was die Eltern ihnen sagen.

Wenn ich will, dass das Kind die Jacke anzieht oder seine Zähne putzt, macht es keinen Sinn, wenn das Kind mir sein Herz ausschüttet und erzählt, warum es dazu jetzt keine Lust hat und warum es das nicht machen kann.

Es soll schlicht und einfach seine Jacke anziehen.

Viele Eltern haben Angst, zu streng zu sein, zu viele Regeln aufzustellen und zu viele Grenzen aufzuzeigen und sind in der Folge gar nicht streng sind und kommunizieren gar keine Regeln und Grenzen.

Das Ergebnis:

Das Kind nimmt dich nicht ernst.
Du stehst auf derselben Stufe wie das Kind.
Du bist für das Kind ein Freund, keine Autorität.

Was auf den ersten Blick leicht und angenehm erscheint, wird irgendwann richtig lästig für euch beide.

Das Kind lernt nicht, dass es gewisse Dinge gibt, die es einfach machen muss.
Du du wirst wahnsinnig, weil das Kind jeden Mist ausdiskutieren will und nie tut, was du ihm sagst.

Mama, ABER! Mama, WARTE!

Diese Art von Beziehung zwischen Eltern und Kind ist nicht so, wie Gott so vorgesehen hat.

Paulus schreibt im Brief an die Epheser:

Ehre deinen Vater und deine Mutter: Das ist ein Hauptgebot mit einer Verheißung:
damit es dir wohl ergehe und du lange lebst auf der Erde.
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Weisung des Herrn!

Eph 6,2-4

Die Eltern stehen über ihren Kindern. Die Kinder müssen ihren Eltern gehorchen und ihnen Respekt und Achtung entgegenbringen.

Die Eltern wiederum sind in der Pflicht, hiervon weise (und sparsam!) Gebrauch zu machen.

Wie so oft zeigt uns die Bibel die richtige Balance:

Eltern sollen ihre Kindern führen und anleiten, aber sie dürfen keine unsinnigen und übertriebenen Pflichten und Drill einführen.
Eltern sollen auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und sich in ihre Welt einfühlen, aber gleichzeitig klarmachen, dass Gehorsam und Respekt erforderlich sind.

Und bitte nicht missverstehen:

„Eltern stehen über ihren Kindern“ bedeutet nicht, dass sie mehr wert sind. Sondern, dass sie in ihrer Rolle als Vater und Mutter über ihren Kindern stehen.

Wert und Rolle sind nicht dasselbe.

Ebenso soll sich die Frau ihrem Mann unterordnen – aber nicht, weil sie weniger wert ist, sondern weil die Rolle des Mannes in Gottes Ordnung über der Rolle der Frau steht.

Seitdem ich Christin geworden bin und Jesus nachfolge, habe ich mein Leben von Gott ordnen lassen und Er hat auch die Beziehung zwischen mir und meiner großen Tochter (zum jetzigen Zeitpunkt ist sie sieben) neu geordnet.

Das Ergebnis ist eine Win-Win-Situation:

Meiner Tochter fällt es leichter, alltägliche Dinge (Jacke anziehen, Hände waschen, Zähne putzen) einfach zu erledigen.
Anstatt sich mit mir in endlosen Diskussionen zu ergehen, macht sie, was von ihr verlangt wird, und hat viel mehr Zeit für ihre ganzen irren kreativen Projekte. 🙂

// Foto irres Projekt

Ich muss weniger rufen, wiederholen und schimpfen. Mein Stress-Level ist von 60/100 auf 25/100 gesunken – trotz kleinem Baby in the house.

Das wiederum wirkt sich positiv auf Tochter Nummer Eins aus, denn wie du weißt, kommen entspannte, gelassene, nicht-gestresste Eltern vor allem den Kindern zu Gute! 🤓

3. Ich bin „angekommen“

Meine Mutter wünscht sich seit zwanzig Jahren, dass ich „endlich ankomme“. Was ständiges Umziehen von Land zu Land, Job zu Job, Beziehung zu Beziehung nicht leisten konnte – der Herr kann es.

Seitdem ich gläubig bin, suche ich nicht mehr, kompensiere ich nicht mehr, muss ich nichts beweisen, nichts erreichen.

Ich bin angekommen.

Früher bin ich einer Idee vom erfolgreichen Online-Business hinterhergejagt, hatte dabei ständig neue Job-Ideen (von Gärtnerin und Zoowärterin über Übersetzerin und Kinderbetreuerin bis hin zu Online-Sales-Beraterin), haderte mit meinen Projekten Frugales Glück und Schlanke Gedanken, schlug mich mit Fragen herum wie Wie monetisiere ich Minimalismus?, Wie bekomme ich mehr Reichweite?, Wie bringe ich Leute dazu, meine Kurse zu kaufen?

Ich suchte den Sinn des Lebens im Allgemeinen und meines Lebens im Besonderen und versuchte, ihn in Reisen, Sex und Alkohol, Sport („Fitness-Lifestyle“) und schlanker Figur, ganz wenig besitzen und kaum was Neues kaufen (aka Minimalismus), irgendeiner Art von Spiritualität (Mix aus buddhistischen und hinduistischen Ideen, Meditieren, Yoga, Achtsamkeit), überhaupt allen möglichen Extremen, zu finden.

Ich fand aber nur Leere.

Seit ich mein Leben Jesus gegeben habe, muss nicht mehr suchen.
Muss ich nichts mehr sein.
Habe ich Identität in Ihm, bin Kind Gottes.

Wie konnte das passieren? Was hat Jesus gemacht?

Gott hat mein Leben geordnet.

Er hat mir eine Familie geschenkt, nach der ich mich fast mein ganzes Leben lang (die Ehe meiner Eltern begann zu bröckeln, als ich zehn war) gesehnt habe.

Er hat mir den Weg gezeigt, was ich mit den Talenten, die Er mir gegeben hat, machen soll (diesen Blog und Podcast – und mit den anderen beiden auf Mehr Himmel verweisen und suchende Menschen zum Ihm führen).

Es ist so, wie die Schrift sagt:
Er gibt dir Frieden, den die Welt dir nicht geben kann.

Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.

Joh 14,26

Klingt irre?

Ist es auch!

Hätte ich es nicht selber erlebt, ich würde es nicht glauben.
Deshalb, hey, probier’s doch einfach mal aus.

Bete zwei Wochen lang zu Jesus, bitte Ihn, dich dir zu zeigen. Lies die Schrift (Matthäus-, Markus- oder Lukas-Evangelium in der Neuen Genfer Übersetzung, zum Beispiel mithilfe dieser oder dieser App) und schau, was geschieht.

Was kann dir passieren?
Entweder, es passiert nichts. Dann hast du eine Erfahrung gesammelt und bist ein bisschen klüger als vorher.
Oder Er zeigt sich dir und du hast Alles gewonnen.

  1. Zwanghafter Fokus auf Figur und Sport ist weg

Als Kind war ich pummelig. Ich schämte mich für meine runden Oberschenkel und wurde als letztes in jede Mannschaft gewählt.

Ich machte Diäten, seitdem ich lesen und schreiben konnte. Mit sieben Jahren war ich Autoren von Diäten wie LURSIV der Lockeren, der Strengen, der Lustigen.

Nach der Trennung meiner Eltern nahm ich das erste Mal viel ab und war richtig schlank. Meine Fast-Magersucht kippte dann rasch in Bulimie, die mich fast zwanzig Jahre begleiten sollte.

Mehr über meinen Kampf mit Essen und Figur kannst du auf Schlanke Gedanken //, nachlesen.

Hinter Schlanke Gedanken KURSIV stehen ein Blog und Podcast, die ich gestartet habe, um meine Erfahrungen mit Überessen und Fressanfällen zu teilen und anderen zu helfen, die dasselbe Problem haben.

Wirklich losgeworden bin ich den Fokus auf Essen, Gewicht und Figur aber erst, als ich gläubig wurde. Und das auch nicht sofort und mit einem Fingerschnipsen. Noch während der letzten Schwangerschaft im letzten Jahr betäubte ich mich mit Essen. Ich hatte keine Heißhungerattacken wie früher, aber ich mochte es, lange am Tisch zu sitzen, zu essen und zu essen und zu essen und an nichts denken zu müssen.

Mit Essen konnte ich die Kontrolle abgeben und mich einfach fallen lassen.

Essen war mein Götze.

Als ich das verstand, brachte ich meinen Wunsch nach Kontrolle und Mich-Fallenlassen //REchtschreibung? vor Gott und bat Ihn, mich zu befreien und mir zu helfen, die Kontrolle an Ihn abzugeben und mich in Ihm fallen zu lassen.

Seitdem habe ich mich nicht mehr mit Essen betäubt.

Jesus hat die Leere gefüllt. Er hat mir gezeigt, dass ich nichts tun muss. Ich darf einfach ich sein und zu Ihm kommen.

LIED I want to lay down at your feet …

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