Viele Menschen denken, dass es keinen Unterschied macht, ob man gläubig ist oder nicht. So, als hätte der Glaube keine Wirkung, keine Folgen, keine Nebenwirkungen.
Das war früher auch meine Überzeugung: Glaube ist ein nettes, aber reichlich naives Ad-on, das zum Leben eine Art Aberglauben hinzufügt, der einem vieles leichter macht (weniger Unsicherheit, weniger Angst vorm Tod), der einen aber auch dümmer macht. Glaube gibt Halt, nimmt aber auch Verantwortung und eigenständiges Denken.
Heute kann ich sagen: Puh, die Realität könnte nicht weiter davon entfernt sein!
Deswegen möchte ich dir in diesem Beitrag davon erzählen, was sich in meinem Leben alles geändert hat, seitdem ich gläubig bin.
Und das ist eine ganze Menge!
Egal, ob du zweifelst, den Glauben verloren hast oder noch nie wirklich gläubig warst: du wirst sehen, wie Gott mein Leben verändert hat – schnell und vor allem auf eine Weise, die ich allein nie hätte schaffen oder überhaupt hätte verändern wollen.
1. Ehefrau und Mama statt rastloser Single oder: Gott hat mir eine Familie geschenkt
Erinnerst du dich an Kain und Abel? Vom Brudermord hat jeder schonmal gehört, aber die Geschichte enthält einen interessanten Aspekt, den kaum jemand kennt:
Der HERR sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders erhebt seine Stimme und schreit zu mir vom Erdboden.
1. Mose 4,10-12
So bist du jetzt verflucht, verbannt vom Erdboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen.
Wenn du den Erdboden bearbeitest, wird er dir keinen Ertrag mehr bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein.
Rastlos und ruhelos – so war auch ich, besonders in Liebesbeziehungen. Die meisten währten zwar mehrere Jahre, aber nach einer Weile passierte meist das, was in vielen nicht so guten Beziehungen passiert: Ich hatte keine Lust mehr auf Sex und es gab immer mehr Dinge, die mir an meinem Partner missfielen.
Ich sammelte Gründe, um Schluss zu machen.
Aus der letzten längeren Beziehung ging meine erste Tochter hervor. Danach war ich Single mit Kind und hatte nur noch kurze Techtelmechtel und Affären.
Mit dem Glauben wurde alles anders.
Im Nachhinein betrachtet kann ich sagen: Der Herr schenkte mir eine Familie.
Dahinter steht eine Transformation. Eine Transformation, die man nicht in Onlinekursen und Seminaren kaufen kann, sondern die nur Jesus geben kann.
Hier die Kurzfassung:
Ich war egoistisch und selbstgerecht. Das bin ich immer noch, wie jeder Mensch, aber weniger.
Ich war nicht bereit, zu dienen und andere über mich zu stellen. Oder zumindest ihre Bedürfnisse den meinen gleich zu stellen.
Deswegen komme ich so oft mit dem lahmen „ich koche jetzt für Mann und Tochter“-Beispiel, weil es genau das zeigt.
Dienen im christlichen Sinn ist nichts Glamouröses. Nicht jeder muss und kann in den Kampf gegen Goliath ziehen.
Dienen zeigt sich im Kleinen, Alltäglichen. Dienen ist eine innere Haltung:
Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn und nicht für Menschen; (…)
Kol 3,23a
Als Ehefrau und Mutter bin ich nicht das Heimchen am Herd, sondern ich diene meinem Mann und meinen Kindern, indem ich gut für sie sorge. Nicht nur für ihr körperliches, sondern auch für ihr psychisches Wohl, aber das ist ein anderes Thema.
Hier haben die Feministen recht: Mutter sein ist Arbeit. #gendercaregap
2. Erziehung statt Beziehung
Als radikalisierte evangelikale Christin erziehe ich meine Kinder mit harter Hand und gebe ihnen nur Max und Moritz und den Struwwelpeter zu lesen!
/s
(Für alle genauso Uncoolen und Unbewanderten, wie ich es einst war, bevor ich Reddit kannte: /s steht für Sarkasmus)
Mit dem Glauben hat sich nicht nur meine Rolle als Partnerin und Ehefrau verändert, sondern auch meine Rolle als Mutter.
Für meine Tochter bin ich nicht mehr (nur) „Freundin“, sondern auch Autorität und Respektsperson.
Naja, zumindest arbeiten wir daran.
Bevor ich mich bekehrt habe, war ich Anhängerin von bedürfnisorientierter Erziehung. Bedürfnisorientierte Erziehung bedeutet, dass man die emotionalen, sozialen und physischen Bedürfnisse von Kindern ernst nimmt.
Das finde ich auch immer noch gut und wichtig.
Aber es gibt Bereiche, in denen es nicht um die Bedürfnisse des Kindes geht, sondern darum, dass die Kinder tun, was die Eltern ihnen sagen.
Wenn ich will, dass das Kind die Jacke anzieht oder seine Zähne putzt, macht es keinen Sinn, wenn das Kind mir sein Herz ausschüttet und erzählt, warum es dazu jetzt keine Lust hat und warum es das nicht machen kann.
Es soll schlicht und einfach seine Jacke anziehen.
Viele Eltern haben Angst, zu streng zu sein, zu viele Regeln aufzustellen und zu viele Grenzen aufzuzeigen und sind in der Folge gar nicht streng sind und kommunizieren gar keine Regeln und Grenzen.
Das Ergebnis:
Das Kind nimmt dich nicht ernst.
Du stehst auf derselben Stufe wie das Kind.
Du bist für das Kind ein Freund, keine Autorität.
Was auf den ersten Blick leicht und angenehm erscheint, wird irgendwann richtig lästig für euch beide.
Das Kind lernt nicht, dass es gewisse Dinge gibt, die es einfach machen muss.
Du du wirst wahnsinnig, weil das Kind jeden Mist ausdiskutieren will und nie tut, was du ihm sagst.
Mama, ABER! Mama, WARTE!
Diese Art von Beziehung zwischen Eltern und Kind ist nicht so, wie Gott so vorgesehen hat.
Paulus schreibt im Brief an die Epheser:
Ehre deinen Vater und deine Mutter: Das ist ein Hauptgebot mit einer Verheißung:
Eph 6,2-4
damit es dir wohl ergehe und du lange lebst auf der Erde.
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Weisung des Herrn!
Die Eltern stehen über ihren Kindern. Die Kinder müssen ihren Eltern gehorchen und ihnen Respekt und Achtung entgegenbringen.
Die Eltern wiederum sind in der Pflicht, hiervon weise (und sparsam!) Gebrauch zu machen.
Wie so oft zeigt uns die Bibel die richtige Balance:
Eltern sollen ihre Kindern führen und anleiten, aber sie dürfen keine unsinnigen und übertriebenen Pflichten und Drill einführen.
Eltern sollen auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und sich in ihre Welt einfühlen, aber gleichzeitig klarmachen, dass Gehorsam und Respekt erforderlich sind.
Und bitte nicht missverstehen:
„Eltern stehen über ihren Kindern“ bedeutet nicht, dass sie mehr wert sind. Sondern, dass sie in ihrer Rolle als Vater und Mutter über ihren Kindern stehen.
Wert und Rolle sind nicht dasselbe.
Ebenso soll sich die Frau ihrem Mann unterordnen – aber nicht, weil sie weniger wert ist, sondern weil die Rolle des Mannes in Gottes Ordnung über der Rolle der Frau steht.
Seitdem ich Christin geworden bin und Jesus nachfolge, habe ich mein Leben von Gott ordnen lassen und Er hat auch die Beziehung zwischen mir und meiner großen Tochter (zum jetzigen Zeitpunkt ist sie sieben) neu geordnet.
Das Ergebnis ist eine Win-Win-Situation:
Meiner Tochter fällt es leichter, alltägliche Dinge (Jacke anziehen, Hände waschen, Zähne putzen) einfach zu erledigen.
Anstatt sich mit mir in endlosen Diskussionen zu ergehen, macht sie, was von ihr verlangt wird, und hat viel mehr Zeit für ihre ganzen irren kreativen Projekte. 🙂
Ich muss weniger rufen, wiederholen und schimpfen. Mein Stress-Level ist von 60/100 auf 25/100 gesunken – trotz kleinem Baby in the house.
Das wiederum wirkt sich positiv auf Tochter Nummer Eins aus, denn wie du weißt, kommen entspannte, gelassene, nicht-gestresste Eltern vor allem den Kindern zu Gute! 🤓
3. Ich bin „angekommen“
Meine Mutter wünscht sich seit zwanzig Jahren, dass ich „endlich ankomme“. Was ständiges Umziehen von Land zu Land, Job zu Job, Beziehung zu Beziehung nicht leisten konnte – der Herr kann es.
Seitdem ich gläubig bin, suche ich nicht mehr, kompensiere ich nicht mehr, muss ich nichts beweisen, nichts erreichen.
Ich bin angekommen.
Früher bin ich einer Idee vom erfolgreichen Online-Business hinterhergejagt, hatte dabei ständig neue Job-Ideen (von Gärtnerin und Zoowärterin über Übersetzerin und Kinderbetreuerin bis hin zu Online-Sales-Beraterin), haderte mit meinen Projekten Frugales Glück und Schlanke Gedanken, schlug mich mit Fragen herum wie Wie monetisiere ich Minimalismus?, Wie bekomme ich mehr Reichweite?, Wie bringe ich Leute dazu, meine Kurse zu kaufen?
Ich suchte den Sinn des Lebens im Allgemeinen und meines Lebens im Besonderen und versuchte, ihn in Reisen, Sex und Alkohol, Sport („Fitness-Lifestyle“) und schlanker Figur, ganz wenig besitzen und kaum was Neues kaufen (aka Minimalismus), irgendeiner Art von Spiritualität (Mix aus buddhistischen und hinduistischen Ideen, Meditieren, Yoga, Achtsamkeit), überhaupt allen möglichen Extremen, zu finden.
Ich fand aber nur Leere.
Seit ich mein Leben Jesus gegeben habe, muss nicht mehr suchen.
Muss ich nichts mehr sein.
Habe ich Identität in Ihm, bin Kind Gottes.
Wie konnte das passieren? Was hat Jesus gemacht?
Gott hat mein Leben geordnet.
Er hat mir eine Familie geschenkt, nach der ich mich fast mein ganzes Leben lang (die Ehe meiner Eltern begann zu bröckeln, als ich zehn war) gesehnt habe.
Er hat mir den Weg gezeigt, was ich mit den Talenten, die Er mir gegeben hat, machen soll (diesen Blog und Podcast – und mit den anderen beiden auf Mehr Himmel verweisen und suchende Menschen zum Ihm führen).
Es ist so, wie die Schrift sagt:
Er gibt dir Frieden, den die Welt dir nicht geben kann.
Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.
Joh 14,26
Klingt irre?
Ist es auch!
Hätte ich es nicht selber erlebt, ich würde es nicht glauben.
Deshalb, hey, probier’s doch einfach mal aus.
Bete zwei Wochen lang zu Jesus, bitte Ihn, dich dir zu zeigen. Lies die Schrift (Matthäus-, Markus- oder Lukas-Evangelium in der Neuen Genfer Übersetzung, zum Beispiel mithilfe dieser oder dieser App) und schau, was geschieht.
Was kann dir passieren?
Entweder, es passiert nichts. Dann hast du eine Erfahrung gesammelt und bist ein bisschen klüger als vorher.
Oder Er zeigt sich dir und du hast Alles gewonnen.
4. Zwanghafter Fokus auf Figur und Sport ist weg
Als Kind war ich pummelig. Ich schämte mich für meine runden Oberschenkel und wurde als letztes in jede Mannschaft gewählt.
Ich machte Diäten, seitdem ich lesen und schreiben konnte. Mit sieben Jahren war ich Autoren von Diäten wie der Lockeren, der Strengen, der Lustigen.
Nach der Trennung meiner Eltern nahm ich das erste Mal viel ab und war richtig schlank. Meine Fast-Magersucht kippte dann rasch in Bulimie, die mich fast zwanzig Jahre begleiten sollte.
Mehr über meinen Kampf mit Essen und Figur kannst du auf Schlanke Gedanken nachlesen.
Hinter Schlanke Gedanken stehen ein Blog und Podcast, die ich gestartet habe, um meine Erfahrungen mit Überessen und Fressanfällen zu teilen und anderen zu helfen, die dasselbe Problem haben.
Wirklich losgeworden bin ich den Fokus auf Essen, Gewicht und Figur aber erst, als ich gläubig wurde. Und das auch nicht sofort und mit einem Fingerschnipsen. Noch während meiner Schwangerschaft im letzten Jahr betäubte ich mich mit Essen. Ich hatte keine Heißhungerattacken wie früher, aber ich mochte es, lange am Tisch zu sitzen, zu essen und zu essen und zu essen und an nichts denken zu müssen.
Mit Essen konnte ich die Kontrolle abgeben und mich einfach fallen lassen.
Essen war mein Götze.
Als ich das verstand, brachte ich meinen Wunsch nach Kontrolle und Mich-fallen-Lassen vor Gott und bat Ihn, mich zu befreien und mir zu helfen, die Kontrolle an Ihn abzugeben und mich in Ihm fallen zu lassen.
Seitdem habe ich mich nicht mehr mit Essen betäubt.
Jesus hat die Leere gefüllt. Er hat mir gezeigt, dass ich nichts tun muss. Ich darf einfach ich sein und zu Ihm kommen.
5. Freunde finden ist leicht
Einer der beliebtesten Artikel auf meinem Blog über Minimalismus handelt davon, als Erwachsener neue Freunde zu finden.
Seit dem vierten Studiensemester wünsche ich mir einen Freundeskreis. Menschen, auf die ich mich verlassen kann. Mit denen ich in Küchen rumhängen, Wein trinken und selbstgedrehte Zigaretten rauchen Tee schlürfen und Kuchen essen kann.
Geklappt hat das nie, ich saß meistens allein in meiner eigenen Küche rum und aß keinen Kuchen, siehe voriger Punkt.
Seitdem ich gläubig bin, habe ich Millionen Freunde auf der ganzen Welt. Und nicht nur Freunde, sogar Geschwister!
In der Kirche sind Menschen in Jesus vereint. Das ist etwas komplett anderes als ein gemeinsames Hobby zu haben oder Jahre im Büro miteinander zu verbringen.
Ich weiß, dass ich mich auf Brüder und Schwestern im Glauben hundertprozentig verlassen kann. Verlassen im Sinne von: nachts anrufen, wenn was ist.
Also: Wenn du auf der Suche nach neuen Freunden bist, geh doch einfach mal in den Gottesdienst einer Freikirche in deiner Nähe. 🐥
6. Demut statt Selbstgerechtigkeit
Hier stehe ich noch am Anfang. Ich habe erst vor ein paar Monaten gemerkt, dass ich ein Thema mit Selbstgerechtigkeit und Stolz habe.
Der Auslöser war ein altes Video, in dem ich meine große Tochter bade und dabei mit meinem Ex spreche. Der Tonfall war von oben herab und die Haltung ziemlich eindeutig: Ich weiß es besser.
Mir wurde mir klar, dass ich auch viele meiner Blogtexte so geschrieben habe. Zwischen den Zeilen stand oft: Ich habe die Wahrheit und andere eher nicht.
Ähnlich war es im Umgang mit meiner Mutter. Nach ein paar Tagen Besuch war ich regelmäßig genervt und wollte diesmal verstehen, warum. Die Antwort war unangenehm: Ich hielt mich für schlauer, reflektierter und insgesamt überlegen. Entsprechend schroff habe ich auf sie reagiert.
Seit ich das sehe, fällt es mir in vielen Situationen auf. Ich halte manchmal kurz inne, bevor ich wie gewohnt reagiere, und nehme mich bewusst zurück.
Ich ordne mich unter. Zuerst Gott und dem, was er von mir will.
Das kann bedeuten, nicht alles zu kommentieren, nicht immer meine Sichtweise rauszuhauen und nicht recht haben zu müssen.
Eine Haltung, die übrigens besonders in der Ehe nützlich sein kann. 😉
Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner handelt von genau diesem Thema:
Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Gleichnis:
Lk 18,9-14
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.
Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause hinab, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
7. Anderer Umgang mit Sorgen
Ich habe schon erzählt, dass der Artikel 36 und keine Freunde. Wie du als Erwachsene neue Freunde findest zu den beliebtesten auf Frugales Glück gehört.
Ein weiterer Artikel, der es in die Top 10 geschafft hat, ist Adé, Angst! 3 Schritte, um dir weniger Sorgen um deine Kinder zu machen.
Wenn du Kinder hast, kennst du das: Du kannst dir ständig und um alles Sorgen machen.
Darüber, was jetzt passieren könnte, wenn sie mit dem Fahrrad zum Kindergarten fahren, wenn sie in der Schule sind, wenn sie beim Sport sind, wenn sie bei Freunden spielen, wenn sie einen Ausflug mit Oma machen, die sie auf der Lenker-Gepäckablage des Leihrads transportiert und so weiter.
Darüber, was in Zukunft passieren könnte. Wie kommt das Kind am Montagabend nach der Malschule mit dem Fahrrad nach Hause. Denkt der Papa daran, die Lichter ans Fahrrad zu machen. Wie viel Nintendo Switch wird es wirklich spielen nächste Woche.
Darüber, was in der Vergangenheit falsch gelaufen ist. Hat das Kind ein Trauma, weil du es zu früh in die Kita gegeben hast und will deswegen mit fast sieben nicht allein schlafen.
Was machen nicht gläubige Menschen mit diesen Sorgen?
Meine Antwort in dem Artikel: Selbstfürsorge.
Oh weia, ich habe den Artikel seit Erscheinen vor vier Jahren, so lange ist das schon her, nicht mehr angesehen.
Meine Tipps von damals helfen vielleicht, den Sorgen die Spitze zu nehmen. Sie helfen aber nicht beim Sorgen-Grundrauschen, das viele Menschen haben.
Denn schließlich muss man alles mit sich selbst ausmachen, einen Weg finden, mit den Sorgen umzugehen. Man kann sie nirgendwo abgeben.
Als nicht gläubiger Mensch.
Als gläubiger Mensch, der in Christus ist, sieht die Sache ganz anders aus:
Wirf deine Sorge auf den HERRN, / er wird dich erhalten! Niemals lässt er den Gerechten wanken.
Ps 55,23
Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.
Mt 11,28-30
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Was kann ich tun, wenn ich mir Sorgen mache? Wie sieht das konkret aus?
Ein Beispiel:
Der Vater meiner Tochter ist mit seiner Freundin, deren Kind und unserer Tochter drei Jahre hintereinander mit dem Auto in diverse Balkanländer gefahren.
In Serbien gibt es kein mobiles Netz für belgische Simkarten. Ich habe ständig geschaut, wann mein Ex das letzte Mal online war. Stundenlang nichts.
Dann die Erleichterung, wenn ich um sechs Uhr morgens sah: War online um 04:55 Uhr.
Ich sprach mit meinem jetzigen Mann über meine Sorgen. Er sagte: Du kannst nur beten.
Damals, ich hatte mich gerade erst bekehrt, habe ich das nicht richtig verstanden. Heute schon.
Ich bete zu Gott. Ich danke Ihm, dass Er mir mein Kind geschenkt hat. Ich bitte Ihn, sie zu segnen und zu beschützen. Ich bitte Ihn, ihren Vater und seine Partnerin am Steuer zu bewahren, vor Müdigkeit, vor Gefahr, vor Unachtsamkeit und vor anderen Fahrern, die nicht umsichtig fahren. Ich bitte Ihn, mich zu trösten und mir meine Unruhe und Sorgen zu nehmen. Ich danke Ihm, dass ich zu Ihm kommen kann. Ich danke Ihm, dass Er mir den Glauben geschenkt hat.
Das mag für dich ungewohnt klingen, aber es fühlt sich tatsächlich so an, als würde ich Ihm meine Sorgen geben und bei Ihm abladen.
Ich mache mir immer noch Sorgen im Sinne von aufkommenden Gedanken. Aber dann gebe ich sie zu Gott und entscheide mich, Ihm zu vertrauen, dass Er mein Gebet hört und meine Tochter beschützt.
8. Geben statt geizen
Ich war schon als Kind sparsam. Wenn wir als Kinder Mandarinen oder Erdnüsse geschält haben, habe ich die Mandarinenstücke und Nüsse gesammelt und sie erst gegessen wenn ich mit dem Schälen fertig war.
Mein Bruder hat alles sofort aufgefuttert.
Sparsam zu sein und bewusst mit dem umzugehen, was man hat, ist oft etwas Positives.
In meinem Fall hatte es aber auch eine Kehrseite: Ich habe nicht gern geteilt und anderen von meinem mandarinigen und sonstigem Reichtum abgegeben.
Im Russischen bedeutet das Wort für gierig bezeichnenderweise auch geizig: „жадный“.
Auch als Erwachsene war ich sparsam und habe immer Geld gespart. Auf besagtem Blog berichte ich über meine jährliche Sparquote (hier und hier).
Geld abzugeben, ohne direkt etwas dafür zurückzubekommen, fiel mir schwer.
In der Bibel wird klar gesagt, dass großzügiges Geben gut und Geiz schlecht ist:
Denkt daran: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer mit Segen sät, wird mit Segen ernten.
2 Kor 9,6-7
Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber.
Geben ist seliger als nehmen.
Apg 20,35 b
Seitdem ich gläubige Christin bin, hat Gott hat mich gelehrt, zu geben, ohne zu empfangen.
Ich habe bereits in einigen Episoden des Mehr-Himmel-Podcasts darüber gesprochen, wie Gott meinen Umgang mit Finanzen verändert hat:
- Ich suche Sicherheit im Geld!
- Gemeinschaftskonto in der Ehe? Warum mein Mann und ich unsere Finanzen zusammengelegt haben
Ich bin immer noch sparsam und tendenziell geizig, aber viel weniger als früher.
Ich hoffe und bete, dass sich das mit mehr Übung im Geben weiter verändert und ich zu einem fröhlichen Geber werde.
Das ist es, was mit Heiligung gemeint ist: Jesus liebt dich so, wie du bist. Aber Er liebt dich zu sehr, um dich so zu lassen, wie du bist.
9. Mir ist nie langweilig
Als gläubiger Mensch habe ich immer was zu tun. Ich muss nie nach einer Beschäftigung suchen oder überlegen, welches Buch ich als nächstes lesen soll.
Früher hätte ich gedacht: immer nur die Bibel lesen, das ist ja total absurd und langweilig.
Eine Freundin hat katholische Theologie studiert und einmal die ganze Bibel von vorn bis hinten durchgelesen. Ich konnte mir mit 20 nichts Langweiligeres und Schwierigeres vorstellen.
Aber es ist so, wie Johannes Hartl sagt: Die Bibel zu lesen ist wie in einem Gebirge zu wandern. Es gibt immer neue Wege und Aussichten. Es ist nie gleich, weil der Heilige Geist durch die Schrift zu uns spricht.
Skip Heitzig sagt: Es braucht zuerst Disziplin, dann kommt das „Desire“ (Verlangen), zum Schluss kommt das „Delight“ (Freude).
Das kann ich bestätigen. Je weniger ich die Bibel lese, desto weniger Lust habe ich, sie zu lesen.
Lese ich täglich, am besten mehrmals, macht es mir Spaß. Ich freue mich darauf, bin begierig auf Gottes Wort.
Deswegen:
Morgens nach dem Aufwachen lese ich gern im Bett, trinke Kaffee und esse dunkle Schokolade. Und ich lese die Bibel.
Nachmittags liege ich gern ein bisschen auf dem Sofa und entspanne. Und ich lese die Bibel.
Abends mache ich allein Bibelstudium oder in letzter Zeit auch mit meinem Mann.
Entscheidend, um wirklich täglich und regelmäßig zu lesen, ist eine Routine mit festen Zeiten. Wie beim Zähneputzen.
Skip Heitzig hat in einer Predigt auch einmal davon gesprochen, was passieren würde, wenn wir die Bibel so behandeln würden wie unser Handy:
- Erster Blick morgens nach dem Aufwachen: Bibel
- Zwischendurch Langeweile oder Warten: Bibel
- Beim Essen zur Ablenkung: Bibel
- Abends, wenn die Kinder im Bett sind und man entspannen will: Bibel
Absurd, wie komisch einem das vorkommt, oder?
Woher weißt du, dass die Veränderungen durch Gott kamen?
Hat Jesus mich verändert? Oder waren es nicht viel eher mein Mann und die Leute aus der Kirche, die mich „umgedreht“ haben? Und was ist mit Placebo-Effekt?
Könnte man denken.
Allerdings hat mich mein Mann gar nicht stark beeinflusst. Er ist kein großer Reder. Ich würde mir eher wünschen, dass er mehr von seinem Glauben, seinen Erfahrungen und seinem Wissen teilt.
Als ich betete, dass Gott das Zentrum meines Lebens werden möge, kannte ich gar keine anderen Gläubigen.
Dennoch hat dieses Gebet alles verändert.
Was sich in 39 Jahren vorher nicht ändern konnte, ja, worüber ich niemals nachgedacht hatte, hat sich verändert. Ich hielt mich für einen guten Menschen, der über anderen steht.
Woher hätten Unterordnung und Demut plötzlich kommen sollen? Aus mir selbst?
Ein Placebo-Effekt ist auch unwahrscheinlich. Jahrelang habe ich vieles ausprobiert und bin rastlos umhergeirrt.
Wenn es Gott nicht gibt, wenn Er kein neues Herz schenkt und das Leben ordnet, warum bin ich dann nicht vorher „angekommen“ mit all dem Kram, den ich ausprobiert habe? Meditieren, Yoga, Mantrasingen und das Ausleben meiner Freiheit hat mir nichts gebracht, außer Gelenkigkeit durchs Turnen.
Warum sollte ausgerechnet der christliche Glaube „funktionieren“ und nicht auch alles andere?
Preise den HERRN, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen!
Ps 103,1-5
Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!
Der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt,
der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt,
der dich dein Leben lang mit Gaben sättigt, wie dem Adler wird dir die Jugend erneuert.
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